Schlamperl – oder doch nicht

Ruhig war es hier im letzten Monat – allerdings nur hier auf der Seite, in meinem wirklichen Leben war es alles andere als ruhig. Denn noch immer haben meine beiden Großen Ferien, und so wirbeln die zwei hier nun den ganzen Tag durchs Haus und den Garten und versuchen, mir bei der Ver- und Umsorgung von Baby Noah zu helfen. An manchen Tagen frage ich mich abends, was ich denn überhaupt so den ganzen Tag gemacht habe – während mein Kaffee vom Morgen noch irgendwo in der Wohnung abgestellt und kalt geworden ist.

Lara, Milla und Noah

Das Nähen steht im Moment ganz hinten an. Nun kommt aber meine Große in zwei Wochen in die Schule und dafür steht noch das ein oder andere Projekt auf meinem Plan. Das erste von der langen Liste konnte ich gestern umsetzten. Mein Mann schnappte sich alle drei Kinder und machten mit ihnen den Wochen-Großeinkauf, während ich an einer Stiftemappe für Lara werkelte.

Hier gibt es hauptsächlich – oder eher ausschließlich – die Mäppchen, die bei uns früher Schlamperl hießen. Einfache kleine Reißverschlusstaschen, in denen alle Stifte, Radiergummi, Spitzer etc. durcheinander fliegen. Für die ganz kleinen i-Dötzchen finde ich die aber unpraktisch, daher habe ich an eine Stifterolle gedacht, wie ich sie schon einmal für eine gute Freundin genäht hatte. Aber ein Verschluss zum Binden ist nicht so richtig gut geeignet für eine 4-Jährige. Nach einigem Getüftel, Gekritzel und Genähe kam dieses Stiftemäppchen heraus:

Stiftemappe #1

Lara suchte sich den Stoff selber aus und natürlich durfte auch die Prinzessin nicht fehlen.

Für den Verschluss habe ich einen Knopf mit einer Gummiband-Schlaufe genommen und noch zusätzlich die Lasche, die die Stifte abdeckt, mit einem Kam-Snap Druckknopf versehen.

Da Lara für die erste Klasse nur Buntstifte, Bleistifte, einen Radiergummi und einen Spitzer benötigt, habe ich nur die entsprechende Anzahl Einsteckfächer dafür genäht. Hierfür hab ich Jersey benutzt, da für kleine Kinderhände so die Stifte einfacher zu verstauen sind und sie dennoch nicht herausfallen.

Stiftemappe #2

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Das schwarze Loch

Große Handtaschen neigen dazu, sich in kürzester Zeit zu einem schwarzen Loch zu entwickeln. Man verstaut etwas darin und findet es nie wieder- bevorzugt verschlucken sie Autoschlüssel und Handy. Alternativ verwandelt sie sich in einen Müllbeutel, denn Kind und Kegel sind der Meinung, wenn Mama doch eine so schöne große Handtasche hat, kann sie darin auch alles sammeln – benutzte Taschentücher, gesammelte Blätter, den Inhalt diverser Ü-Eier und was sonst noch für kleine Menschen überlebenswichtig erscheint.

Die beste Lösung ist, eine kleine Handtasche mitzunehmen, in die wirklich nur das Nötigste passt. Das klappt bei mir solange, wie ich alleine unterwegs bin. Bei drei kleinen Kindern ufert „das Nötigste“ für einen Spielplatzbesuch, ein Playdate oder einfach eine Fahrt in den Supermarkt aber gerne aus – das, was man dann so mit sich rumschleppt erinnert eher an Reisegepäck für eine zweiwöchige Fernreise – und treibt ahnungslosen kinderlosen Menschen oft das blanke Entsetzen in das Gesicht „Wollen die jetzt bei uns einziehen?“.

Meine Kinder haben inzwischen die Phase überstanden, in der man für kurze Ausflüge mit großem Gepäck das Haus verlassen muss – Windeln, Spielsachen, Flaschen, Milchpulver, diverse Ersatzanziehsachen, Spucktücher etc. kann ich derzeit (noch) getrost Zuhause lassen. Dennoch hat meine aktuelle Handtasche bereits mit meinem Kram und dem meiner beiden Mädels ihre Belastungsgrenze erreicht. Da nun aber aber bald wieder der halbe Hausstand in Form diverser Babyzubehörteile mit mir durch die Gegend ziehen möchte, musste doch wieder eine größere Tasche her.

Auf der Suche nach einem geeigneten Schnittmuster blieb ich auf farbenmix.de bei der El Porto hängen. Bereits vor zwei Jahren hat meine älteste Freundin diese Tasche genäht und ich konnte sie damals nur bestaunen. Niemals hätte ich mir zugetraut, sie selber zu nähen. Dennoch habe ich nun mutig das Schnittmuster bestellt und bereits wenige Tage später kam es per Post – und damit MUSSTE ich mich ja trauen.

Die Stoffe waren schnell zusammengestellt – hatte ich doch letztes Jahr zum Geburtstag ein paar Stoffe geschenkt bekommen, die ich für etwas Besonderes aufbewahren wollte, weil sie mir so gut gefallen. Außerdem hatte mein Mann mir von einer Geschäftsreise nach London zwei Stoffe mitgebracht, die perfekt zu den bereits vorhandenen passen.

Mit Hilfe eines Online-Tutorials stellte sich das Nähen als weniger kompliziert heraus als gedacht. Und so entstand in einer Woche meine neue Wickeltasche:

El Porto von farbenmix

Und um dem Phänomen „Schwarzes Loch“ vorzubeugen, habe ich noch viele kleine Taschen genäht – für jedes Kind eine für Wechselanziehsachen:

Taschen für Wechselsachen

Für Windeln, Feuchttücher, Creme und was man sonst noch so zum Wickeln benötigt:

nappy bag

Und zu guter Letzt für alles was frau so braucht nach dem Schnittmuster „Charlotte“ aus dem Buch „Tolle Taschen selbst genäht“ von Miriam Dornemann:

mamas kram

Wie ich allerdings dem Phänomen „Müllbeutel“ vorbeuge, weiß ich noch nicht.

Belastungsprobe

bestanden!

Mit den neuen Hosen kann man fliegen, klettern, schaukeln, Laufrad fahren, balancieren, sich zanken und noch vieles mehr!

Die „Zubereitung“ der Hosen ist ganz einfach. Man nehme ein normales Hosenschnittmuster – in meinem Fall eine der Kinderhosen aus dem „Designbuch Nähen“ von Laura Wilhelm – und schneide die Hosenbeine aus Jersey zu. Dann müssen noch breite Bündchen für die Hosenbeine und den Bauch zugeschnitten werden (am Kind Maß nehmen), die dann noch entsprechend festgenäht werden sollten. Damit die Hose nicht rutscht, hab ich noch einen Tunnelzug eingenäht und eine meiner vielen Kapuzenpulli-Kordeln eingezogen. Und dank meiner neuen – alten – wieder funktionsfähigen – Overlock sind auch alle Innennähte wunderschön 😉

Meine kleinen Helferlein …

… sind wirklich sehr fleissig und helfen mir immer beim Kochen und Backen, insbesondere das grosse Helferlein, denn die Kleine schläft meistens, wenn wir das Mittagessen vorbereiten. Da so ein Helferlein natürlich auch eine angemessene Arbeitskleidung benötigt und die einzige Schürze, die ich besitze undendlich lang und groß ist und so Lara immer zu Fall gebracht hat, habe ich den Kindern kleine Schürzen genäht.

Und da es wirklich schnell gehen musste und die Kinder mir auch dabei helfen wollten, habe ich einfach die Kinder ausgemessen, jeweils zwei unterschiedlich große Quadrate ausgeschnitten, zwei Cupcakes und zwei Namensschilder appliziert, die zwei Teile aneinander genäht, eine Spitzenborde für den Abschluss rausgesucht und dann Schrägbänder als Bändel für den Bauch und den Hals genommen – FERTIG!

Lümmelröcke

Da auch hier in Irland der Sommer angekommen ist und die Garderobe der Mädels bisher nicht so ganz sommertauglich war, habe ich nach einem schönen, einfachen und gemütlichen Schnittmuster für einen Rock gesucht, den die beiden auch zum Toben anziehen können … und bin bei Fadenmoenchen fündig geworden. Passenderweise heißt der Rock auch noch Lümmelrock Lara und ist wirklich super einfach! Also habe ich in meinem spärlichen Jersey-Vorrat nach passenden Stoffen gesucht. Und habe die gefunden:

Die Mädels lieben die Röcke, weil man wirklich darin „rumlümmeln“ kann und das Bündchen am Bauch ganz weich ist … und Milla es daher auch über ihren runden Bauch ziehen kann 😉 Laras Highlight hingegen ist die riesige Tasche und ich bin gespannt, was ich im Sommer vor und nach dem Waschen so alles darin finden werde!